Sozialwohnungen in den Niederlanden: So funktioniert die Vergabe und so lange wartest du
So bekommst du 2026 eine Sozialwohnung in den Niederlanden: Wer Anspruch hat, auf welchem regionalen Portal du dich anmeldest, wie lange du je nach Stadt wartest, was eine Dringlichkeit bringt und was du während der Wartezeit tun kannst.
Fast alle, die in die Niederlande ziehen, hören schon in der ersten Woche denselben Rat: „Melde dich für eine Sozialwohnung an, die ist viel günstiger.“ Der Rat ist sinnvoll, aber er erzählt nur die halbe Geschichte. Eine Sozialwohnung ist tatsächlich günstig. Das Problem ist die Warteliste. Wer in Utrecht eine Sozialwohnung bekommt, hat im Schnitt fast zwölf Jahre gewartet.
Dieser Artikel erklärt, wie das System im Alltag funktioniert: Wer eine Sozialwohnung bekommen kann, wo du dich anmeldest, wie lange du in deiner Stadt wartest und warum eine Dringlichkeitseinstufung meist nicht hilft. Außerdem erfährst du, was für Menschen aus der Ukraine mit vorübergehendem Schutz gilt. Zum Schluss geht es darum, was du während der Wartezeit tun kannst.
Stand der Faktenprüfung: 15. Oktober 2026. Alle Regeln und Beträge gelten für 2026, sofern nicht anders angegeben.
Was eine Sozialwohnung ist
Eine Sozialwohnung (sociale huurwoning) ist eine Wohnung, deren Miete 2026 höchstens 932,93 € im Monat beträgt. Fast alle gehören Wohnungsbaugesellschaften (woningcorporaties). Diese gemeinnützigen Vermieter haben die Aufgabe, Menschen mit niedrigerem Einkommen mit Wohnungen zu versorgen.
Davon gibt es viele. Am 1. Januar 2025 besaßen die Gesellschaften rund 2,33 Millionen Wohnungen, also zwei von drei Mietwohnungen im Land. Allerdings ziehen die Mieter nur selten wieder aus, weil die Miete viel niedriger ist als auf dem privaten Markt. Deshalb werden wenige Wohnungen frei, und auf jede warten viele Menschen.
Wer eine Sozialwohnung bekommen kann
Die Grundregeln gelten im ganzen Land, die Regionen ergänzen sie. Im Wesentlichen brauchst du Folgendes:
- Ein Mindestalter von 18 Jahren, um dich auf Wohnungen zu bewerben. Bei manchen Portalen kannst du dich schon früher anmelden.
- Einen rechtmäßigen Aufenthalt. Die meisten Regionen verlangen die niederländische oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit oder einen gültigen Aufenthaltstitel. Für Menschen mit vorübergehendem Schutz gelten Besonderheiten, die wir weiter unten erklären.
- Ein Einkommen unterhalb der Grenze. 2026 vergeben die Gesellschaften die meisten Wohnungen an Haushalte mit einem Jahreseinkommen von höchstens 51.537 € bei Alleinstehenden oder 56.910 € bei zwei oder mehr Personen. Ein kleiner Teil darf an Haushalte mit höherem Einkommen gehen: 7,5 %, mancherorts bis zu 15 %.
Bei niedrigem Einkommen muss dir die Gesellschaft eine Wohnung anbieten, deren Miete du bezahlen kannst. 2026 erhalten Haushalte mit einem Einkommen von höchstens 29.400 € bei Alleinstehenden oder 39.925 € bei zwei oder mehr Personen deshalb überwiegend Wohnungen mit einer Miete von maximal 713,02 € für ein oder zwei Personen beziehungsweise 764,14 € für drei oder mehr Personen.
Wie du eine Wohnung bekommst
Es gibt keine landesweite Warteliste. Die Niederlande sind in Regionen aufgeteilt. Jede Region hat ein gemeinsames Portal, auf dem die dortigen Wohnungsbaugesellschaften ihre freien Wohnungen veröffentlichen. Du meldest dich an, zahlst eine kleine Gebühr und sammelst ab diesem Tag Anmeldezeit.
Jede Woche erscheinen neue Wohnungen im Portal. Du bewirbst dich auf die passenden Angebote. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist legt das Portal die Reihenfolge der Bewerber fest. Welche Kriterien zählen, hängt von der Wohnung ab:
- Anmeldezeit (inschrijfduur). Die meisten Wohnungen gehen an die Person, die am längsten angemeldet ist. Deshalb lautet der Rat: „Melde dich so früh wie möglich an.“ Die verstrichene Zeit lässt sich später nicht aufholen.
- Suchzeit (zoektijd). Manche Regionen berücksichtigen auch, wie lange du dich schon aktiv bewirbst. In der Region Amsterdam bekommst du für jeden Monat mit mindestens vier Bewerbungen einen Suchpunkt. Für einen Monat ohne Bewerbungen wird ein Punkt abgezogen.
- Losverfahren (loting). Manche Wohnungen werden unter allen Bewerbern verlost. Wer sich gestern angemeldet hat, hat dabei dieselbe Chance wie jemand, der seit zehn Jahren wartet.
- Vergabe nach Eingang der Bewerbung. Wohnungen, auf die sich niemand beworben hat, häufig in weniger gefragten Orten, gehen an die erste Person, die sich meldet. In Rotterdam heißt dieses Verfahren DirectKans.
- Dringlichkeit (urgentie). Menschen in einer akuten Notlage werden bevorzugt. Dazu weiter unten mehr, denn die Regelung funktioniert anders, als viele erwarten.
Für die Praxis heißt das: Wenn du dich gerade erst angemeldet hast, sind das Losverfahren und die Vergabe nach Bewerbungseingang in den nächsten Jahren deine einzigen realistischen Chancen. Viele solcher Wohnungen gibt es allerdings nicht: Landesweit wurden 2024 rund 8 % der Sozialwohnungen verlost. Beim Losverfahren spielt die Anmeldezeit keine Rolle. Wer sich gerade erst angemeldet hat, hat deshalb bei jeder Wohnung dieselbe Chance wie alle anderen. Allerdings gehen für diese Wohnungen viele Bewerbungen ein. In den meisten Regionen mit Losverfahren waren diejenigen, die 2024 auf diesem Weg eine Wohnung bekamen, im Schnitt seit 2 bis 4 Jahren angemeldet. Bei der regulären Vergabe lag die Wartezeit dagegen in 21 von 32 Regionen bei über 6 Jahren. Bewirb dich auf jede dieser Wohnungen, die zu dir passt.
Wie lange du tatsächlich wartest
Jede Region erfasst die Wartezeit anders. Die Zahlen unten lassen sich deshalb nicht direkt miteinander vergleichen. Sie zeigen aber ungefähr, wie lange es dauert.
| Stadt oder Region | Übliche Wartezeit | Messgröße | Jahr |
|---|---|---|---|
| Utrecht | 11,7 Jahre | Durchschnitt | 2025 |
| Amsterdam | 9,8 Jahre | Durchschnitt | 2024 |
| Region Eindhoven | 8,6 Jahre | Durchschnitt | 2025 |
| Groningen | 7,4 Jahre | Durchschnitt | 2024 |
| Den Haag | 7 Jahre | Median | 2025 |
| Rotterdam | 2,5 Jahre | Median, einschließlich Losverfahren | 2025 |
Jede Zahl zeigt, wie lange diejenigen angemeldet waren, die eine Wohnung bekommen haben. „Median“ bedeutet, dass die Hälfte kürzer und die andere Hälfte länger gewartet hat. Rotterdam wirkt schneller, weil die Zahl alle Vergabeverfahren umfasst, einschließlich Losverfahren und Vergabe nach Bewerbungseingang. Viele Wohnungen werden dort über diese beiden Verfahren vergeben. Wer allein über die Anmeldezeit eine Wohnung bekam, hatte über 5 Jahre gewartet. Gerade das Losverfahren bietet Neuangemeldeten eine Chance.
Die Anmeldezeit ist nicht gleichbedeutend mit der Dauer der aktiven Suche. Wer 2024 in Amsterdam eine Wohnung bekam, war im Schnitt seit 8,5 Jahren angemeldet und hatte sich davon 5,2 Jahre lang auf Wohnungen beworben.
Wo du dich anmeldest
Suche deine Region heraus und melde dich dort an. Wenn du nicht weißt, zu welcher Region deine Stadt gehört, führt dich die neue Website socialehuurwoning.nl zum richtigen Portal. Sie ist seit Oktober 2026 online.
| Region | Website | Anmeldung | Jährliche Gebühr |
|---|---|---|---|
| Amsterdam und Umgebung | amsterdam.mijndak.nl | 50 € | 9 € |
| Utrecht und Umgebung | utrecht.mijndak.nl | 17,50 € | 7 € |
| Region Rotterdam | woonnetrijnmond.nl | 15 € | 10 € |
| Den Haag, Delft, Zoetermeer | woonnet-haaglanden.nl | keine Gebühr | ca. 14 € |
| Region Leiden | hureninhollandrijnland.nl | 7,50 € | 7,50 € |
| Region Eindhoven | wooniezie.nl | kostenlos | kostenlos |
| Arnhem und Nijmegen | entree.nu | kostenlos | kostenlos |
| Provinz Groningen | groningenhuurt.mijndak.nl | 19 € | 10 € |
| Breda und Westbrabant | klikvoorwonen.nl | ca. 10 € | ca. 10 € |
Gebühren laut Veröffentlichungen der Portale und ihrer Wohnungsbaugesellschaften aus den Jahren 2025 und 2026. Prüfe vor der Zahlung den aktuellen Betrag auf dem Portal.
Zwei Dinge erfahren viele erst zu spät:
- Zahle die Jahresgebühr pünktlich. Wenn du die Frist verpasst, kannst du deine gesamte angesammelte Anmeldezeit verlieren. In der Region Leiden wird die Anmeldung seit dem 1. September 2026 schon bei einer einzigen verspäteten Zahlung sofort gelöscht.
- Deine Anmeldezeit zählt nur in der jeweiligen Region. Jahre in Utrecht helfen dir in Rotterdam nicht weiter. Wenn ein Umzug infrage kommt, melde dich in beiden Regionen an.
Dringlichkeit bringt dich nicht einfach schneller ans Ziel
Viele Neuankömmlinge hoffen auf eine Dringlichkeitseinstufung. Das klappt fast nie. Die Regelung ist für Notlagen gedacht, die du weder verhindern konntest noch selbst lösen kannst: etwa eine schwere Erkrankung, den Auszug aus einem Frauenhaus oder den Abriss deiner Wohnung. Jede Gemeinde legt ihre eigenen Regeln fest.
Folgende Situationen gelten normalerweise nicht als dringlich:
- Du bist gerade angekommen und hast keine Unterkunft.
- Du wohnst bei Freunden oder Verwandten, zur Untermiete oder mit einem befristeten Mietvertrag.
- Deine Wohnung ist zu klein.
- Du findest auf dem privaten Markt keine Wohnung.
Die Voraussetzungen sind streng. Amsterdam berücksichtigt zum Beispiel nur Menschen, die seit mindestens vier Jahren ununterbrochen in der Stadt wohnen. Wer ohne gesicherte Unterkunft dorthin gezogen ist, wird abgelehnt. Utrecht verlangt mindestens ein Jahr Wohnsitz in der Region. In Rotterdam kostet der Antrag 35 €, bei einer notwendigen medizinischen Begutachtung 85 €. Die Stadt warnt außerdem vor Unternehmen, die gegen Bezahlung eine Dringlichkeitseinstufung versprechen: Sie arbeitet nicht mit ihnen zusammen.
Wird deine Dringlichkeit anerkannt, bekommst du für einen begrenzten Zeitraum Vorrang, meist für sechs Monate. Eine sofortige Wohnung ist damit nicht verbunden.
Seit dem 1. Juli 2026 verpflichtet ein neues Gesetz jede Gemeinde, bis zum 1. Januar 2028 eine Dringlichkeitsregelung einzuführen. Sie muss bestimmte Gruppen berücksichtigen, etwa Menschen, die eine Notunterkunft oder Betreuungseinrichtung verlassen. Wer einfach keine Wohnung findet, erhält dadurch nicht leichter eine Dringlichkeitseinstufung.
Sozialwohnungen für Ukrainer mit vorübergehendem Schutz
Diese Frage stellen uns russisch- und ukrainischsprachige Leser am häufigsten. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wo du wohnst.
Was das Gesetz sagt. Nach niederländischem Wohnungsrecht brauchst du keinen Aufenthaltstitel, um eine Sozialwohnung zu mieten. Menschen mit vorübergehendem Schutz dürfen das also auch. Manche Gemeinden haben allerdings eine eigene Wohnraumverordnung (huisvestingsverordening). Dort ist für eine Sozialwohnung zusätzlich eine Wohnberechtigung (huisvestingsvergunning) nötig. Menschen mit vorübergehendem Schutz können diese nicht bekommen, weil sie im Gesetz nicht zu den berechtigten Gruppen zählen. Etwas mehr als die Hälfte der niederländischen Gemeinden hat solche Vorschriften.
Deshalb findest du auf TikTok unterschiedliche Erfahrungsberichte. Wo die Gemeinde eine Wohnberechtigung verlangt, kannst du keine Sozialwohnung bekommen. Wo sie nicht nötig ist, entscheidet die Wohnungsbaugesellschaft selbst. Manche vermieten auch an Ukrainer.
Was die Regionen sagen. Keine Website erklärt ausdrücklich, dass Menschen mit vorübergehendem Schutz dort Sozialwohnungen mieten können. Einige Regionen schließen das klar aus, in anderen kann es möglich sein:
| Region | Was dort gilt |
|---|---|
| Region Amsterdam | Du kannst dich anmelden, aber Menschen mit vorübergehendem Schutz kommen weder für Sozialwohnungen noch für Wohnungen im mittleren Mietsegment mit einer festen Mietobergrenze infrage, also für keine Wohnung mit bis zu 186 WWS-Punkten. Seit dem 1. Juli 2025 verlangt die Stadt auch bei privaten Vermietern eine Wohnberechtigung für diese Wohnungen |
| Den Haag und Zoetermeer | Für jede Wohnung mit bis zu 186 WWS-Punkten ist eine Wohnberechtigung nötig, sowohl bei Wohnungsbaugesellschaften als auch bei privaten Vermietern. Menschen mit vorübergehendem Schutz können diese Wohnungen deshalb nicht mieten |
| Utrecht | Eine Wohnberechtigung ist für Sozialwohnungen und für Wohnungen im mittleren Mietsegment nötig, die nach 2020 gebaut wurden |
| Limburg: Venlo und Venray | Seit dem 1. Juli 2026 ist für jede Sozialwohnung einer Wohnungsbaugesellschaft eine Wohnberechtigung nötig |
| Limburg: Maastricht, Roermond, Sittard-Geleen und weitere Gemeinden | Für Sozialwohnungen ist keine Wohnberechtigung nötig, in Heerlen, Kerkrade und Brunssum nur in bestimmten Stadtvierteln. Deshalb entscheiden die Wohnungsbaugesellschaften selbst. Thuis in Limburg verlangt bei der Anmeldung einen „gültigen Aufenthaltstitel“. Frage deshalb nach, ob dein Dokument anerkannt wird |
| Arnhem und Nijmegen (Entree) | Menschen aus der Ukraine mit vorübergehendem Schutz können in der Region keine Sozialwohnung mieten |
| Region Amersfoort | „Mit einem befristeten Aufenthaltsstatus kannst du keine Sozialwohnung mieten.“ Melde dich aber frühzeitig an, um Anmeldezeit zu sammeln |
| Region Eindhoven (Wooniezie) | Eine Wohnberechtigung ist nur bei einer Dringlichkeitseinstufung nötig. Für die anderen Wohnungen gelten die eigenen Regeln der Wohnungsbaugesellschaften. Die Gemeinde verweist Ukrainer zur Anmeldung an Wooniezie |
Geprüft am 15. Oktober 2026 anhand der Websites, der Gemeindeseiten und der Wohnraumverordnungen von Amsterdam, Den Haag, Zoetermeer, Utrecht, Eindhoven und den größeren Gemeinden in Limburg.
Die meisten anderen Websites verlangen lediglich einen „gültigen Aufenthaltsstatus“, ohne weitere Angaben. Frage deshalb bei der Wohnungsbaugesellschaft oder deiner Gemeinde nach, bevor du eine Gebühr zahlst.
„Wir haben eine Wohnung von der Gemeinde bekommen.“ Viele Ukrainer leben in einer eigenen Wohnung einer Wohnungsbaugesellschaft, die ihnen die Gemeinde als Unterkunft vermittelt hat. Meist unterschreibst du dann eine Nutzungsvereinbarung (gebruiksovereenkomst) statt eines Mietvertrags. Es fühlt sich wie eine eigene Wohnung an, gilt rechtlich aber weiterhin als kommunale Unterkunft. Einen Mietzuschuss bekommst du dafür nicht.
Wie die meisten wohnen. In einer Befragung von Ukrainern in den Niederlanden aus dem Jahr 2025 lebten 69 % in kommunalen Unterkünften. 16 % hatten selbst eine Wohnung gemietet oder gekauft, gegenüber 10 % im Jahr 2023. 4 % wohnten bei einer Gastfamilie und 2 % in einer vom Arbeitgeber organisierten Unterkunft. Du darfst auf dem privaten Markt eine Wohnung mieten. Ausgenommen sind Wohnungen im mittleren Mietsegment mit bis zu 186 WWS-Punkten in Amsterdam, Den Haag und Zoetermeer, für die ebenfalls eine Wohnberechtigung nötig ist. Mit einem Mietvertrag und einer Anmeldung an der Wohnadresse kannst du unter denselben Voraussetzungen wie alle anderen einen Mietzuschuss (huurtoeslag) bekommen. Ein Aufenthaltstitel ist dafür nicht erforderlich.
Wer arbeitet, zahlt für die kommunale Unterkunft. Erwerbstätige Erwachsene zahlen dort einen monatlichen Eigenbeitrag von bis zu 244,22 € pro Person, höchstens 488,44 € pro Haushalt. Wann der Beitrag fällig wird und ab welchem Einkommen, hängt von der Gemeinde ab. Utrecht verlangt ihn zum Beispiel nur, wenn das Einkommen über 125 % der Unterstützung zum Lebensunterhalt liegt.
Wie es weitergeht. Der vorübergehende Schutz gilt inzwischen bis zum 4. März 2028. Meldungen aus dem Jahr 2025 über eine Schließung der Unterkünfte im März 2027 sind überholt. Im Juni 2026 nannte die Regierung drei Möglichkeiten für die Zeit danach: Unterstützung für Menschen, die zurückkehren möchten, reguläre Aufenthaltstitel, vor allem über eine Erwerbstätigkeit, und ein befristetes „Übergangsdokument“ für Menschen, die eine Auffanglösung brauchen. Laut Wohnungsministerium hättest du mit einem solchen Aufenthaltstitel dieselben Möglichkeiten wie andere Einwohner, einschließlich einer Wohnberechtigung. Das Gesetz wird noch vorbereitet, endgültig beschlossen ist also noch nichts.
Was du jetzt tun kannst:
- Wenn die Website deiner Region eine Anmeldung zulässt, melde dich jetzt an. Die Anmeldezeit zählt ab diesem Tag und könnte später helfen, wenn sich dein Status ändert.
- Wo die Wohnungsbaugesellschaften selbst entscheiden, suche nach Wohnungen, die verlost werden. Dabei zählt die Anmeldezeit nicht. Die Gemeinde Eindhoven verweist auf ihrer Seite für Ukrainer zur Anmeldung an Wooniezie. Sie nennt eine Wartezeit von 7 bis 11 Jahren auf der regulären Warteliste und führt das Losverfahren als weiteren Weg zur Wohnung auf.
- Verlasse dich für die nächsten Jahre nicht auf eine Sozialwohnung. Suche auch nach Zimmern und günstigeren Wohnungen auf dem privaten Markt, ebenso außerhalb der Großstädte.
- Achte darauf, dass du mit deiner Wohnadresse im BRP gemeldet bist. Davon hängen der Mietzuschuss und die meisten anderen Unterstützungsleistungen ab.
- Sei vorsichtig bei Angeboten für eine „garantierte Sozialwohnung“ oder kostenpflichtiger Hilfe bei der Dringlichkeitseinstufung. Rotterdam zum Beispiel warnt davor und erklärt, dass die Stadt nicht mit solchen Unternehmen zusammenarbeitet.
Middenhuur: Wohnungen zwischen Sozialmiete und teurem freien Markt
Zwischen Sozialwohnungen und dem teuren freien Mietmarkt gibt es ein mittleres Segment: middenhuur. Seit dem 1. Juli 2024 begrenzt das Gesetz Wet betaalbare huur die Mieten für Wohnungen mit 144 bis 186 WWS-Punkten. 2026 liegen die Mieten bei neuen Verträgen damit zwischen 932,93 € und 1.228,07 € im Monat.
Die meisten dieser Wohnungen werden nicht über die Wartelisten für Sozialwohnungen vergeben. In der Regel bekommt die Wohnung, wer sich zuerst bewirbt und die Anforderungen des Vermieters erfüllt.
In manchen Städten gilt eine zusätzliche Voraussetzung: Du brauchst vor dem Einzug eine Wohnberechtigung von der Gemeinde, auch bei einem privaten Vermieter. Amsterdam verlangt sie seit dem 1. Juli 2025 für jede Wohnung mit bis zu 186 WWS-Punkten, Den Haag und Zoetermeer seit Juli 2023. In Utrecht ist sie nur für Wohnungen im mittleren Mietsegment nötig, die nach 2020 gebaut wurden. Für die Wohnberechtigung gilt eine Einkommensgrenze: Landesweit liegt sie 2026 bei 70.149 € im Jahr für eine Person und 93.531 € für zwei oder mehr Personen. Städte können eigene Grenzen festlegen. In Rotterdam, Eindhoven, Leiden und Delft ist keine solche Wohnberechtigung nötig.
Wenn du vermutest, dass die verlangte Miete über dem nach Punkten zulässigen Betrag liegt, kannst du sie von der Huurcommissie prüfen lassen. Der Vermieter muss sich an ihre Entscheidung halten, und eine Mietsenkung gilt ab Vertragsbeginn. Findify schätzt die WWS-Punkte und die gesetzlich zulässige Höchstmiete für eine inserierte Wohnung. So erkennst du sofort, ob die verlangte Miete zu hoch ist.
Was du während der Wartezeit tun kannst
Melde dich heute für eine Sozialwohnung an. Es kostet wenig, und jeder Monat zählt. Plane deine nächste Wohnung trotzdem über andere Wege. Für die meisten Menschen führt einer davon zum Ziel.
Auf dem privaten Markt ist die Suche einfacher, als es zunächst scheint. Das gilt besonders, wenn du auch außerhalb der größten Städte und der bekanntesten Portale suchst. In den letzten 30 Tagen hat Findify 1.763 Zimmer und 1.113 Wohnungen, Studios und Häuser mit einer Miete bis zur Sozialmietgrenze von 933 € gefunden. Dazu kamen 1.250 Wohnungen zwischen 933 € und 1.228 €. Die Angebote stammen von Hunderten Websites, von Funda und Pararius bis zu kleinen Maklerbüros vor Ort.
Seit 2026 kannst du auch bei einer beliebig hohen Miete einen Mietzuschuss (huurtoeslag) bekommen, sofern dein Einkommen und Vermögen niedrig genug sind. Berechnet wird er nur für den Mietanteil bis 932,93 €. Für den darüberliegenden Betrag gibt es keinen Zuschuss.
Häufige Fragen
Wie lange wartet man in den Niederlanden auf eine Sozialwohnung? Das hängt von der Region ab. Wer 2025 eine Wohnung bekam, war in Utrecht seit rund 12 Jahren angemeldet, in Den Haag seit etwa 7 Jahren und in der Region Eindhoven seit fast 9 Jahren. In Amsterdam lag der Durchschnitt 2024 bei knapp 10 Jahren. In Rotterdam geht es schneller, weil dort viele Wohnungen verlost werden.
Kann ich mich direkt nach meiner Ankunft für eine Sozialwohnung anmelden? In der Regel ja, wenn du mindestens 18 Jahre alt bist und dich rechtmäßig in den Niederlanden aufhältst. Deine Anmeldezeit beginnt am Tag der Anmeldung. Melde dich deshalb so früh wie möglich an.
Wie hoch darf die Miete einer Sozialwohnung 2026 sein? Höchstens 932,93 € im Monat. Darüber gehört eine Wohnung zum mittleren Mietsegment, middenhuur, mit bis zu 1.228,07 € bei neuen Verträgen, oder zum freien Mietmarkt.
Welche Einkommensgrenze gilt 2026 für Sozialwohnungen? Die Wohnungsbaugesellschaften vergeben die meisten Wohnungen an Haushalte mit einem Jahreseinkommen von höchstens 51.537 € bei Alleinstehenden oder 56.910 € bei zwei oder mehr Personen.
Bekomme ich eine Dringlichkeitseinstufung, weil ich keine Wohnung finde? Nein. Die Regelung ist für schwere Notlagen gedacht, die du weder verhindern konntest noch selbst lösen kannst. Dass du keine Wohnung findest, bei Freunden wohnst oder einen befristeten Mietvertrag hast, reicht nicht aus.
Können Ukrainer mit vorübergehendem Schutz eine Sozialwohnung bekommen? Das hängt von der Gemeinde ab. Wo die örtlichen Vorschriften eine Wohnberechtigung für Sozialwohnungen verlangen, können Menschen mit vorübergehendem Schutz diese nicht bekommen. In anderen Gemeinden entscheiden die Wohnungsbaugesellschaften selbst.
Kann ich einen Mietzuschuss (huurtoeslag) bekommen? Ja, wenn du eine Wohnung mit eigenem Eingang, eigener Küche und eigener Toilette mietest, einen Mietvertrag hast, an dieser Adresse gemeldet bist und dein Einkommen und Vermögen niedrig genug sind. Seit 2026 gibt es keine Mietobergrenze mehr. Der Zuschuss wird aber nur für den Mietanteil bis 932,93 € berechnet.
Gibt es in den Niederlanden kostenlose Wohnungen für Ukrainer? Nein. Für Menschen mit vorübergehendem Schutz wird nur die kommunale Unterbringung organisiert. Erwerbstätige Erwachsene zahlen dafür einen monatlichen Eigenbeitrag. Wer selbst eine Wohnung mietet, zahlt Miete und kann huurtoeslag beantragen.